Tatjana Maria in Runde 2

Deutsche Wimbledon-Hoffnung verhindert bitteres Déjà-vu

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Tatjana Maria machte es dieses Jahr in Wimbledon besser als 2025. (Foto: IMAGO/Schreyer)
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29.06.2026 | 16:41 Uhr
Schon vor einem Jahr wird Tatjana Maria als Geheimtipp in Wimbledon gehandelt, scheidet aber früh aus. Dieses Jahr nimmt die deutsche Rasenexpertin die Auftakthürde.

Tatjana Maria schrie nach dem perfekten Start ihre Freude hinaus, auf der Tribüne sprangen mehrere Fans in Deutschland-Trikots euphorisch von ihren Sitzen: Die Rasenexpertin hat souverän ihre Auftakthürde in Wimbledon genommen und die zweite Runde erreicht. Einen Tag vor dem ersten Match von French-Open-Sieger Alexander Zverev gewann die Halbfinalistin von 2022 6:4, 6:4 gegen die Kasachin Julija Putinzewa - und darf zumindest leise von einem erneuten Siegeszug wie vor vier Jahren an der Church Road träumen. 

Neben Zverev steht aus deutscher Sicht vor allem Maria im Südwesten Londons im Fokus, hatte sie schließlich bei der Generalprobe in Eastbourne mit ihrem Lauf bis ins Finale ein Ausrufezeichen gesetzt. Im Endspiel an der Südküste hatte Maria gegen die US-Amerikanerin Madison Keys ihren fünften Titel auf der WTA-Tour nur knapp verpasst, zwei Tage später startete sie nun mit einer großen Portion Selbstvertrauen beim Klassiker - und brachte dieses gegen Putinzewa auch auf den Platz.

Maria begann furios auf dem Court 14, lag nach mehreren Breaks schnell 3:0 in Führung. Doch Putinzewa, die bei elf Starts nur einmal die zweite Runde in Wimbledon überstand (Achtelfinale 2024), kämpfte sich zurück. Maria behielt aber die Nerven, machte weniger Fehler als ihre Gegnerin - und stellte mit ihren zahlreichen Slice-Schlägen die Kasachin immer wieder vor Probleme. Nach 1:42 Stunden verwandelte sie ihren zweiten Matchball, in Runde zwei wartet nun die an Nummer 16 gesetzte US-Amerikanerin Iva Jovic.

Zverev hat dieses Jahr "anderes Gefühl"

Maria verhinderte damit ein bitteres Déjà-vu: Im Vorjahr war sie als überraschende Siegerin im Londoner Queen's Club nach Wimbledon gereist, musste dann aber schon nach Runde eins die Koffer packen. Zwölf Monate später läuft bislang alles nach Plan, nach ihrer Rückkehr in die Top-100 kann sie nun auch in der Weltrangliste weiter Boden gutmachen.

Die 38-Jährige hat also stark vorgelegt. Am Dienstag will dann Zverev bei der Jagd nach seinem zweiten Grand-Slam-Titel in Folge nachziehen - auch wenn der Rasen und er bislang wahrlich keine Freunde waren. Auf dem grünen Untergrund hat er noch nie ein Turnier gewonnen, in Wimbledon scheiterte der Hamburger immer spätestens im Achtelfinale.

Der Klassiker im Südwesten Londons sei "schon immer das Grand-Slam-Turnier" gewesen, bei dem er sich "am schwersten getan" habe, sagte der 29-Jährige vor seinem Auftakt auf Court 1 gegen den Belgier Alexander Blockx: "Persönlich habe ich dieses Jahr allerdings ein anderes Gefühl." Seit seinem erlösenden Triumph in Paris tritt Zverev mit einem ganz neuen Selbstverständnis an - und will sich dabei auch nicht von einer "Rasenallergie" aufhalten lassen. Er spürt nach seinem Triumph in Frankreich "mehr Freude und Freiheit", ist bereit für einen Siegeszug auf Rasen. "Am Ende des Tages, wenn ich auf dem Platz bin, möchte ich meinen Job zu einhundert Prozent machen", sagte Zverev, "und mein bestes Tennis zeigen."

Verwendete Quelle: ntv.de